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Es war einmal im Jahre 1922...

Ein Krieg war zu Ende, der deutsche Militarismus hatte 1914/18 die Welt ins Unglück gestürzt, die Not war groß, man schrieb das Jahr 1922. Ein paar unentwegte Gartenfreunde fingen an zu buddeln, um ihr mageres Leben zu verbessern.

Damit begann die eigentliche Entwicklung unserer Sparte. Das Gartenland auf dem wir heute sind, grenzte an den Kaditzer Tännicht. Dieses Land gehörte dem Bauern Mildner in Alt-Kaditz, welches im Grundbuch als "Hutschenland" eingetragen war.

Nach Aussagen alter Siedler, gehörte das Flurstück, angefangen von der Kötzschenbrodaer Straße über die "Seewiesen" bis zur Rangestraße, der Kirchgemeinde Kaditz. Das Gebiet war bewaldet, es standen dort Birken, vorwiegend Kiefern und Eichen. 

Die damals als "Kriegssiedlung" benannten Straßen "An der Siedlung" und "Damschkeweg" wurden 1922 - 1928 gebaut. Auch dort stand Wald.

Vor 65 Jahren gehörte unser Gartenland der bekannten Sängergesellschaft "Winter Tymian" und ging nach dem Tode desselben lt. Testament in den Besitz der Stadt Dresden über. Die Stadt verlangte nun die Gründung eines Vereins. Das geschah unter der Führung des Gartenfreundes Reck.

Am 30. September 1922 gab man dem Verein den Namen "Brasilien". Der Name wurde von einer bekannten Persönlichkeit der damaligen Zeit, Julius Herfurt, inspiriert, der wohl nach Brasilien auswandern wollte. Herfurt, man nannte ihn auch "Mojenfrüh", besaß die größte Fläche Land und wohnte viele Jahre im Garten in einem Steinhaus. Er wurde als Präsident von "Brasilien" bezeichnet. Die meisten Wege vor der Umgestaltung zur Kleingartensparte "An der Eiche", welche zum jetzigen Vereinsheim führen, hatte Herfurt mit Schlacke belegt, eine unwahrscheinliche Arbeit.

Unter Gartenfreund Mannig wurden die Pappeln am Vereinsheim, dem "Fritz Winkler Platz", gepflanzt. Gartenfreund Mütze war mit von der Partie. Die Pappeln standen ca. 60 Jahre. 

Da die Gartenanlage noch nicht mit Wasser versorgt war, mussten die Gartenfreunde das Wasser eimerweise von den Seewiesen holen. Unter Gartenfreund Pinkert und Ackermann wird die Wasserfrage mit dem sogenannten Absinner-Brima, also Bohrungen, gelöst. Gartenfreund Schreiter sorgte dafür, dass der Vereinshausgedanke neu belebt wurde. Es gab damals nur eine armselige Holzbude. Da nicht über 6m² gebaut werden durfte, entschloss sich Gartenfreund Schreiter dazu, eine Doppellaube zu bauen, wozu auch Gartenfreund Mütze seinen Namen hergab. Unter der Bezeichnung Doppellaube erteilte die Stadt Dresden schließlich die Baugenehmigung,

1936 wurde unter den Gartenfreunden Beier, Lieber und Wolfarth die Daueranlage geschaffen sowie das Kulturhaus erweitert und mit einem Satteldach versehen.

Unsere Sparte wurde 1939 zum Grüngürtel der Stadt Dresden erklärt. Es wurden Wegführungen festgelegt, feste Unterkünfte nach Bauplänen geschaffen sowie einheitliche Lauben erbaut. Für alle kleingärtnerischen Bauherren gab es das sogenannte Reichsdarlehen in Höhe von 350 Mark.

1939 entbrannte der 2. Weltkrieg. Viele Gartenfreunde ließen ihr Leben. 1945 wurden viele unserer Gärten zur Verteidigung hergerichtet. Es wurden Gräben ausgehoben, Bäume gefällt, Zäune zum Abstützen benutzt. Die SS zog in das Spartenheim ein, hauste und plünderte, auch in den übrigen Gärten. Am 8. Mai 1945 atmete die Welt endlich wieder auf, die Schrecken des Krieges waren vorüber. Einige Gartenfreunde kamen 1947 aus Gefangenschaft, so auch Gartenfreund Winkler. Er wurde Vorstand und trieb den Ausbau der Sparte und des Vereinsheims voran. Auch dem Problem der Wasserversorgung stellte er sich. 

Viele Jahre beherbergte unser Vereinsheim einen Gaststätte. Aufgrund der fehlenden Heizungsanlage wurde der Betrieb jedoch wieder eingestellt. Unser Verein wird in den nächsten Jahren daran arbeiten, eine Heizungsanlage zu installieren. Erste Vorbereitungen, das Verlegen von Leitungen abzweigend von der Hauptversorgung, wurden bereits in Angriff genommen. 

Im Jahre 2017 wurde ein weiteres Großprojekt umgesetzt: der Bau unseres schönen Spielplatzes. Mit viel Fleiß und Mühen ist ein beliebter Treffpunkt für unsere kleinen Gartenfreunde und Besucher entstanden.